Sozialistische Republik Vietnam
Unabhängigkeit – Freiheit – Glück
Blutbrief
Namo Sakyamuni Buddhaya
Mit Respekt gegenüber allen unseren Patriarchen und Ahnen,
Wir stehen vor Euch im Namen von Hunderten junger buddhistischer Mönche und Nonnen aus der Dam Long Provinz. Wir stehen auch für Tausende buddhistischer Laien, die bereit sind, unserem Hilferuf zu folgen. Dieser Brief ist mit unserem Blut geschrieben.
Seit vielen Monaten sind die jungen Mönche und Nonnen aus dem Bat Nha Kloster zum Spielball von mächtigen Gruppierungen aus der Außenwelt geworden. In der Zwischenzeit sind sie dazu gezwungen worden, ohne fließend Wasser und Elektrizität zu leben. Die Situation ist durch psychische und physische Gewaltanwendung noch verschlimmert worden. Wir, in der Außenwelt, wussten nicht um die wahre Ursache des Problems, und haben darum bis jetzt geschwiegen. Wir sind junge Mönche und Nonnen aus der Lam Dong Provinz; wir haben eine gute Ausbildung, rechtes Verständnis, Solidarität und Mitgefühl und Liebe für alle unsere Brüder und Schwestern im Geiste unseres monastischen Gelöbnisses. Wir sind nicht leichtgläubig, impulsiv oder ohne weiteres beeinflussbar. Noch wollen wir uns in die Politik oder Fragen der Nationalen Sicherheit oder andere der Regierung wichtige Fragen einmischen. Doch wir haben erfahren, das eine gewaltbereite Menge am 26.27. und 28. September 2009 die jungen Mönche und Nonnen des Bat Nha Klosters angegriffen und aus dem Kloster zu vertreiben versucht hat. Die unschuldigen jungen Brüder und Schwestern sind in Regen und Sturm aus ihrem Tempel vertrieben worden, ohne schützende Kleidung, Nahrung, oder Unterschlupf. Sie sind beschimpft und geschlagen und zu den widerlichsten Handlungen gezwungen worden. All dies geschah unter den Augen der Polizei und der lokalen Behörden. Es handelt sich also nicht um eine „innere Angelegenheit“ des Bat Nha Klosters; sondern diese Szenen sind von der Regierung inszeniert worden. Im Angesicht unserer misshandelten Brüder und Schwestern können wir nicht so tun als sei nichts geschehen. Unser Bund heilig und unzerstörbar. Wir können nicht herumsitzen und mit ansehen wie unsere Brüder und Schwestern misshandelt werden, daher schreiben wir diesen Brief mit unserem Blut und fordern von der Regierung auf allen Ebenen:
- Insofern dies eine innere Angelegenheit einer buddhistischen Organisation ist, muss dieser die Gelegenheit gegeben werden, sie eigenständig zu klären.
- Alle Form von Gewalt und Feindseligkeit gegenüber den Mönchen und Nonnen aus der Plum Village Tradition (die inzwischen auch im Phuoc Hue Tempel Zuflucht suchen) muss sofort enden.
- Den 400 Mönchen und Nonnen muss das Recht gegeben werden, ihre monastischen Gelöbnisse unter dem Schutz der Venerablen Mönche und Nonnen in der Provinz zu praktizieren.
- Jede Form von Zwang, Drohung, Behinderung und Druck von Außen gegenüber den Mönchen und Nonnen muss sofort enden.
Dieser Brief ist mit unserem Blut geschrieben, angespornt von der Liebe die wir als monastische Brüder auf demselben Pfad teilen. Wir ergreifen keine Partei; wir haben keine politischen Ziele oder Hintergedanken. Sollten diese Forderungen unbeantwortet bleiben, so ist dies eine tiefe Schändung all unserer spirituellen Ahnen. Wenn die Regierung mit diesen ihren Handlungen fortfährt, sind wir bereit unser Leben für die Sache unserer monastischen Bruderschaft zu geben; die Folgen unserer Hingabe werden dann unabsehbar sein.
Mögen alle großen Bodhisattvas unsere Zeugen sein.
Lam Dong im September 2009